
Unser Nervensystem spielt eine entscheidende Rolle darin, wie wir uns in der Welt fühlen, reagieren und mit anderen Menschen interagieren. Eine der spannendsten Theorien dazu ist die Polyvagal-Theorie, die von dem Neurowissenschaftler Dr. Stephen Porges gemeinsam mit Deb Dana entwickelt wurde. Sie erklärt, wie unser autonomes Nervensystem (ANS) auf verschiedene Situationen reagiert und warum wir uns in bestimmten Momenten entspannt, gestresst oder sogar völlig überwältigt fühlen.
Was ist die Polyvagal-Theorie?
Die Polyvagal-Theorie beschreibt, wie unser Nervensystem zwischen drei verschiedenen Zuständen wechselt, um auf unsere Umgebung zu reagieren. Dabei spielt der Vagusnerv eine zentrale Rolle. Er ist der längste Hirnnerv und verbindet unser Gehirn mit wichtigen Organen wie Herz, Lunge und Verdauungssystem.
Laut der Polyvagal-Theorie gibt es drei Hauptzustände des Nervensystems:
- Der soziale Kontakt- und Entspannungsmodus (ventraler Vagus-Zweig)
- In diesem Zustand fühlen wir uns sicher, verbunden und entspannt
- Wir können klar denken, kommunizieren und positive Beziehungen aufbauen.
- Unser Körper ist entspannt, die Atmung ruhig, und wir erleben ein Gefühl von Wohlbefinden.
- Beispiele: Du sitzt mit Freunden bei einem gemütlichen Abendessen, lachst und fühlst dich rundum wohl und sicher.
Nach einem anstrengenden Tag kuschelst du dich mit einer warmen Decke und einem Buch auf das Sofa und spürst, wie dein Körper zur Ruhe kommt.
Du hältst die Hand eines geliebten Menschen und fühlst dich geborgen und verbunden.
- In diesem Zustand fühlen wir uns sicher, verbunden und entspannt
- Der Kampf- oder Fluchtmodus (Sympathisches Nervensystem)
- Dieser Zustand wird aktiviert, wenn wir eine Bedrohung wahrnehmen.
- Unser Körper setzt Adrenalin frei, der Herzschlag beschleunigt sich, und wir werden wacher und aktiver.
- Wir sind bereit, zu kämpfen oder zu fliehen, um uns zu schützen.
- Beispiele: Du gehst spätabends allein nach Hause und hörst plötzlich Schritte hinter dir. Dein Herzschlag beschleunigt sich, und du bereitest dich unbewusst darauf vor, schneller zu gehen oder dich zu verteidigen.
Ein Kollege kritisiert dich plötzlich heftig vor anderen. Dein Puls steigt, deine Muskeln spannen sich an, und du überlegst, ob du dich verteidigen oder aus der Situation zurückziehen sollst.
Beim Autofahren taucht ein anderes Fahrzeug plötzlich vor dir auf. Du reißt das Steuer herum und spürst, wie dein Körper in Sekundenbruchteilen reagiert.
- Dieser Zustand wird aktiviert, wenn wir eine Bedrohung wahrnehmen.
- Der Erstarrungs- oder Abschaltmodus (dorsaler Vagus-Zweig)
- Wenn eine Gefahr zu überwältigend ist, schaltet unser Körper in diesen Notfallmodus.
- Wir fühlen uns wie betäubt, abgeschaltet oder gelähmt.
- Dieser Zustand kann auftreten, wenn Menschen extreme Angst oder traumatische Erlebnisse haben.
- Beispiele: Jemand erhält eine plötzliche schlechte Nachricht, wie den Verlust eines geliebten Menschen, und fühlt sich völlig überwältigt, bewegungslos oder emotional taub.
Ein Schüler sitzt vor einer schweren Prüfungsaufgabe, fühlt sich überfordert und kann plötzlich keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Eine Person, die in einer toxischen Beziehung steckt, fühlt sich machtlos und reagiert nicht mehr aktiv auf Konfrontationen, sondern zieht sich innerlich zurück.
- Wenn eine Gefahr zu überwältigend ist, schaltet unser Körper in diesen Notfallmodus.
Warum ist die Polyvagal-Theorie wichtig?
Die Erkenntnisse aus der Polyvagal-Theorie helfen uns zu verstehen, warum wir in bestimmten Situationen so reagieren, wie wir es tun. Sie zeigt uns auch Wege auf, wie wir unser Nervensystem bewusst beeinflussen können, um uns sicherer und entspannter zu fühlen. Atemübungen, soziale Interaktion und bewusste Bewegung können helfen, aus einem stressigen Zustand wieder in den Entspannungsmodus zurückzufinden.
Deb Dana hat hierfür zahlreiche Methoden entwickelt, die besonders in der Traumatherapie und im Coaching genutzt werden. Ihre Arbeit hilft Menschen, ein besseres Verständnis für ihre eigenen Nervensystemreaktionen zu entwickeln und gezielt Einfluss darauf zu nehmen.
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Fazit
Die Polyvagal-Theorie bietet einen wertvollen Blick darauf, wie unser Nervensystem funktioniert und wie wir besser mit Stress und Herausforderungen umgehen können. Indem wir lernen, unsere eigenen Reaktionen zu erkennen, können wir gezielt Techniken nutzen, um uns selbst zu regulieren und unser Wohlbefinden zu steigern.